Das neue „Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt“, das zum 1. Mai letzten Jahres in Kraft getreten ist, ermöglicht nun Schwangeren, ihr Kind vertraulich und sicher in einem Krankenhaus, so auch im Marienstift, oder bei einer Hebamme zu gebären.
Die Gründe, eine Schwangerschaft für sich zu behalten, sind sehr vielfältig und individuell – so wie die Lebenssituationen, in denen sich die Frauen befinden. Oft spielt der familiäre Hintergrund eine Rolle, ebenso oft werden soziale Aspekte sowie die Religionszugehörigkeit genannt. Die Frauen haben Angst, sich jemandem anzuvertrauen, sie sind verzweifelt und isoliert.
Das Gesetz hat zum Ziel, den Frauen rechtsicher zu helfen. Erstens durch professionelle, jederzeit anonyme Beratung und einfühlsame kontinuierliche Begleitung vor und nach der Geburt. Und Zweitens durch die vertrauliche Geburt, die eine geschützte und medizinisch begleitete Entbindung, zum Beispiel im Marienstift, ermöglicht.
Kathrin Brück, Pflegebereichsleiterin in der Frauenklinik des Marienstifts, empfindet die Einrichtung der vertraulichen Geburt per Gesetz als eine gute Alternative zu den bereits bestehenden Hilfen für Schwangere: „Unter dem Pseudonym, das sich die Frau selber gibt, kann sie beispielsweise die ganze Nachsorge in Anspruch nehmen, die ihr zusteht. Bei einer gänzlich anonymen Entbindung, nach der die Frau das Krankenhaus wieder verlässt, oder bei Abgabe des Kindes in der Babyklappe, ist das nicht möglich.“ Da es ein Grundbedürfnis ist, zu wissen, woher man kommt, hilft das Gesetz aber auch den Kindern. Die vertrauliche Geburt ermöglicht einem Kind, mit 16 Jahren seine Herkunft zu erfahren.
Auf der Internetseite www.geburt-vertraulich.de des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stehen die wichtigsten Informationen – auch zum Ablauf des Verfahrens – verständlich aufbereitet zur Verfügung. Außerdem besteht hier die Möglichkeit eine Onlineberatung und Hilfe per Chat – beides anonym – zu nutzen. Hilfe erhalten Frauen zudem kostenlos, mehrsprachig und rund um die Uhr über die Hotline 0800 40 40 020.

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