Babykörbchen und Notruf Mirjam
40 Kinder werden in Deutschland pro Jahr ausgesetzt aufgefunden. Die Dunkelziffer liegt höher. 40 Kinder, von denen 20 überleben. Ergebnisoffene Schwangerschaftskonfliktberatung wird von allen 24 evangelischen Landeskirchen in Deutschland angeboten. Es gibt vielfältige Formen und Hilfsangeboten für Frauen im Schwangerschaftskonflikt. Diese schon vorhandenen Hilfsangebote sind zu einem Netzwerk verknüpft. Dieses Netzwerk heißt Mirjam.
Einerseits sollen Frauen zum Kind ermutigt werden, jedoch in allerhöchster Not muss eine Frau eine Möglichkeit haben, ein Kind anonym abzugeben in sichere Hände, in liebevolle Pflege zu geben, an Eltern, die sich ein Kind sehnlichst wünschen, das ist der Sinn dieses Babykörbchens. Kritikerinnen und Kritiker meinen, hier werde Anonymität angeboten, die ein Kind ein Leben lang belasten kann, wohl aber wird keine Frau freiwillig ihr Kind abgeben. Und sollte eine dies unter Druck oder unüberlegt tun, hat sie gesetzlich in der Bundesrepublik Deutschland acht Wochen Zeit, dies zu widerrufen. Acht Wochen sind eine lange Zeit! Über die gleiche Notrufnummer kann die Frau sich in diesen acht Wochen melden und sich zu ihrem Kind bekennen ohne rechtliche Folgen.
Babykörbchen in Hannover wieder in Betrieb
Das Babykörbchen im Diakoniekrankenhaus Friederikenstift ist wieder in Betrieb.
Die Klappe des neuen Babykörbchens ist mit einem Signalton im Kreisssaal des Friederikenstifts gekoppelt. Sie ertönt, sobald die Klappe ein Zentimeter weit geöffnet wird. Neue Piktogramme vermitteln die Handhabung der Einrichtung. Im Inneren finden die Eltern ein mehrsprachiges Faltblatt, das erklärt, was zu tun ist, wenn sie ihr Baby zurückholen wollen.
Das Babykörbchen war Anfang Januar geschlossen worden, nachdem ein Säugling vor der Babyklappe erfroren aufgefunden wurde. Untersuchungen haben ergeben, dass die Klappe des Babykörbchens geklemmt hatte. Technik und Elektronik der neuen Einrichtung werden nun mehrmals im Jahr strengen Kontrollen unterzogen, die Funktionalität der Klappe mehrmals pro Woche getestet.

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