Die Babytür im Prosper-Hospital wurde seit ihrer Gründung drei Mal genutzt.Der Sozialdienst katholischer Frauen versucht, die verzweifelten Mütter vorher zu erreichen
Recklinghausen. Die Babyklappe ist in die Diskussion geraten. Angesichts von zwei tragischen Fällen (zwei tote Kinder wurden in Hannover bzw. Karlsruhe vor/in Klappen gefunden) streiten sich nun die Experten. Sie habe nichts bewirkt, meinen die einen. Denn: Die Zahl der ausgesetzten oder getöteten Säuglinge sei in Deutschland in den letzten Jahren nicht zurückgegangen. Andere Fachleute widersprechen. „Die Klappe ist lediglich der letzte Ausweg für verzweifelte Mütter und kann im Notfall Leben retten“, sagen sie.
Das findet auch Andrea Korte-Toffel vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Recklinghausen, der die „Babytür“ im Prosper-Hospital unterhält – und damit die einzige Babyklappe im Vest. „Sie ist das letzte Angebot in einer langen Hilfskette. Wir versuchen, die Frauen direkt zu erreichen, schon in der Schwangerschaft oder gleich nach der Entbindung, um ihnen in ihrer Not entsprechende Hilfen anzubieten“, erklärt die Sozialpädagogin. Sinnvoll sei in diesem Zusammenhang auch das Pro Moses Notruftelefon (Info-Kasten), an dem Mütter in Not Unterstützung finden, noch bevor sie ihr Baby aussetzen.
Langfristig gesehen wolle man die Babytür so „unnötig machen“. Bisher habe sie sich allerdings als hilfreich erwiesen. Seit ihrer Einrichtung am 1. März 2001 sei sie schon drei Mal genutzt worden. Zwei Mal wurden im Jahr 2001 Säuglinge dort abgelegt, einen weiteren Fall verzeichnete man 2003. „Zwei der Kinder wurden in Pflege- bzw. Adoptionsfamilien vermittelt. Bei dem dritten Baby hat sich die leibliche Mutter wieder gemeldet. Mit engmaschiger Beratung und Begleitung konnten wir das Kind zu ihr zurückführen“, so Korte-Toffel.
Die Babytür befindet sich – vor Blicken von Passanten geschützt – im Eingangsbereich des Prosper-Hospitals. In einem abgeschlossenen Raum steht dort ein Kinderbettchen, es liegt auch Informationsmaterial von Beratungsstellen, etc. aus. Wer den Raum nutzen will, hat fünf Minuten Zeit, um das Kind dort abzulegen. Sobald er das Zimmer wieder verlässt, wird dieses automatisch verriegelt, eine Kamera geht an, über ein Signal werden Ärzte und Pflegepersonal sofort herbeigerufen.

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