Im Juni 2008 wurde das Babyfenster am St. Rochus-Hospital eingeweiht. Zwei große Schilder mit dem Logo des umgedrehten Fragezeichens weisen auf ein unscheinbares Fenster in einem geschützten Bereich des Krankenhauses hin. Mütter von Neugeborenen die für sich keinen anderen Ausweg mehr sehen, können das Kind dort anonym ablegen. Das Fenster ist allerdings nur der von außen sichtbare Teil eines umfangreichen Systems für diese Mütter in Not. In Kooperation mit dem Caritasverband Recklinghausen, dem Sozialdienst katholischer Frauen in Recklinghausen und Datteln sowie der Telefonseelsorge wurde am 01. Oktober 2008 ein Krisentelefon eingerichtet. Die Frauen haben so die Möglichkeit sich über Hilfe und Unterstützung zu informieren, und zwar vor und nach der Abgabe des Kindes im Babyfenster.
Wird ein Säugling dort abgelegt, gibt es einen Alarm auf dem Mobiltelefon der diensthabenden Gynäkologin. Das geburtshilfliche Team übernimmt die Erstversorgung, anschließend erfolgt die Betreuung im Neugeborenenzimmer wie bei allen Kindern, die im St. Rochus-Hospital geboren werden. Innerhalb der nächsten 24 Stunden werden dann das Ordnungsamt und das Jugendamt verständigt. Die Mutter findet darüber hinaus hinter dem Fenster einen Umschlag mit Informationen. Darin steht dann auch ein Kennwort. Dieses wird wichtig, wenn die Mutter zu einem späteren Zeitpunkt Kontakt zum Kind aufnehmen möchte.

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