Das Leben im Frauenhaus

Wir bieten Frauen und ihren Kindern, die vor häuslicher Gewalt fliehen, eine geschützte Wohnmöglichkeit, Beratung und Begleitung.

Das Frauenhaus bietet Platz für Frauen mit ihren Kindern. Jede Frau, die zu uns kommt, bewohnt ein eigenes Zimmer. Die Räumlichkeiten verteilen sich auf zwei Etagen. Auf jeder Etage stehen voll ausgestattete Küchen, Wohn-, Ess- und Badezimmer zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit. Das Haus verfügt über ein Spielzimmer, welches die Kinder des Hauses jederzeit nutzen können. Ein separater Spielbereich mit Kinderküche, Spielzimmer und Kreativraum zum Erholen, Lernen und Spielen wird mit den Mitarbeiterinnen gemeinsam genutzt.

Es steht den Bewohnerinnen und den Kindern ein geschützter Garten mit Kinderspielsachen/Kinderspielplatz zur Verfügung.

Jede Frau, die im Frauenhaus lebt, versorgt sich und ihre Kinder in eigener Verantwortung. Um jeder Frau im Frauenhaus den notwendigen Schutz, Sicherheit und das Zusammenleben zu organisieren, gibt es einiges, verbindliche Regeln. Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen besprechen in der wöchentlich stattfindenden Hausversammlung die Belange des Hauses und verteilen die Aufgaben der Hausgemeinschaft.

Das Zusammenleben mit anderen Frauen und Kindern, die Ähnliches erlebt haben, kann entlastend und unterstützend sein. Die Frauen können den Umgang mit Bedürfnissen, Erwartungen und Konflikten lernen.

Wir bieten gemeinsame Aktionen für die Bewohnerinnen und ihre Kinder wie z.B. schwimmen, reiten oder gemeinsame Zoobesuche in den Schulferien.
Kinder im Frauenhaus

Kinder sind immer mit betroffen, wenn die Mütter Opfer von häuslicher
Gewalt werden

Kinder sind der häuslichen Gewalt ausgesetzt, in dem sie Gewalthandlungen unter den Eltern miterleben und in einer Atmosphäre von Gewalt und Demütigung aufwachsen. Sie werden Zeugen der Gewalttaten gegen ihre Mutter und leben deshalb in ständiger Angst, ihre Mutter zu verlieren. Kinder erfahren unter solchen Lebensumständen Familie nicht als Schutzraum. Das Miterleben der Gewalt zwischen den Erwachsenen ist in seinen Auswirkungen gleichbedeutend mit der Gewalttat gegen das Kind selbst. Auch wenn die Kinder nicht unmittelbar dabei sind, hören sie die Schreie und Beschimpfungen durch die Wand, spüren die Angst der Mutter und die Aggressivität des Täters.

Gewalterfahrungen führen häufig zu Traumatisierungen und bringen langfristige und gravierende Störungen in der Entwicklung hervor. Die Kinder zeigen beispielsweise Ängste, haben ein geringeres Selbstwertgefühl, sind hyperaktiv und unruhig oder können sich schlechter konzentrieren. In Beziehungen mit Gleichaltrigen im Kindsalter und in späteren Partnerschaftsbeziehungen zeigen sie weniger Fähigkeiten zu einer erfolgreichen Konfliktbewältigung. Sie zeigen eine größere Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt und ertragen eher aggressive Konfliktbewältigungsformen.

Mädchen bekommen keine positiven Identifikationsmöglichkeiten und erleben Ohnmacht-Gefühle in der weiblichen Rolle. Für diese Mädchen wird Gewalt zur Normalität.

Sie definieren die Opferrolle zur Weiblichkeit und die Männlichkeit definieren sie an der Dominanz und dem Täterverhalten. Diese Verinnerlichung prägt das spätere Gestalten der eigenen Paarbeziehung. Nicht selten werden Mädchen, die Gewalt erlebt haben, als Erwachsene Opfer und Jungen oft selbst zu Tätern.
Je früher der Gewaltkreislauf unterbrochen wird und qualifizierte Hilfsangebote in Anspruch genommen werden, desto größer sind die Chancen für Kinder, dass sie als Erwachsene ein eigenes gewaltfreies Leben führen.

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